Fahrradfamilie: Brigitte und Arne

Quelle: http://www.fahrradfamilie.de/brigitte-und-arne/

Wer seid ihr?

Arne: Wir sind Brigitte und Arne und haben zwei Kinder: Liv ist zwei und Henri ist fünf. Wir leben in Berlin-Neukölln.

Welche Fahrräder fahrt ihr?

Arne: Brigitte fährt ein bequemes Gazelle-Hollandrad, ich fahre ein schnelles Singlespeed-Rad. Liv fängt an, Laufrad zu fahren und Henri hat nach längerer Fahrradpause gerade wieder Feuer gefangen - dank eines geschenkten Rads mit Dreigang-Schaltung von Opa.

Brigitte und ich haben jeweils eine Halterung für einen Kindersitz an unseren Rädern, aber meistens nutzen wir unsere beiden Lastenräder für den Kindertransport: ein dreirädriges Christiania alter Bauart und ein einspuriges Winther Wallaroo. Letzteres fahre leider nur ich, weil Brigitte sich im Gegensatz zum Christiania nicht wohl darauf fühlt.

Was ist ein schöner Moment mit Fahrrad und Familie?

Brigitte: Mit den Kindern vorne im Christiania durch den Kiez, vielleicht sogar das Verdeck geschlossen, so dass man beide nur schemenhaft sieht, und beide Kinder so guter Laune und in ihrer eigenen kleinen Welt, dass aus dem Kasten vorne ein einziges Brabbeln, Plappern und Singen tönt.

Im Sommer müde aus dem Freibad, alles Gerümpel und die Kinder vorne ins Christiania, dann die Flughafenstraße runterdüsen, alle Wind im Haar.

Es mit den Fahrrädern, den Kindern und allem Gepäck in den Zug und wieder hinaus geschafft haben (STRESS!!!), am Urlaubsziel aber dann einfach aufsitzen und losfahren, was für ein Geschenk.

Arne: Im Urlaub gemeinsam auf dem Winther Wallaroo singend durch den Wald fahren. Henri steht dabei zwischen meinen Armen und feuert mich an, wenn es Berge hochgeht.

Mit Brigitte, Henri und der neugeborenen Liv vorne im Christiania die paar Hundert Meter zum Kinderarzt zur U2 am dritten Tag nach der Geburt.

Was wünscht ihr euch für eure Fahrradstadt?

Brigitte: Es ist vielleicht nicht mehr besonders originell, von Jan Gehl Architects beeindruckt zu sein, aber ich erinnere einen Vortrag der wahnsinnig coolen Dänin Helle Søholt auf einem der Berliner Stadtforen, in dem sie sagte, dass man Menschen auf dem Fahrrad viel besser ins Gesicht sehen kann, man viel besser in Kontakt sein kann.

Wie Kopenhagen durch die vielen Radfahrer wieder viel mehr eine Stadt der Menschen geworden sei. Ganz einfach eigentlich, das wünsche ich mir für Berlin auch.

Arne: Die Sonnenallee ohne Autos wäre ein guter Start. Und dann geteerte oder glatt geschliffene Fahrradstreifen auf den Kopfsteinplaster-Straßen im Reuterkiez, so dass man nicht immer auf den Fußgängerweg ausweichen muss. Und eines Tages ein Fahrradhighway auf der zurückgebauten A100.


Arne schreibt auf cargobike.jetzt über Lastenräder und verwandte Themen.